D

as Dorf Appenhofen scheint seinen Namen von einem Abtshof herzuleiten, der möglicherweise aus einem fränkischen Königshof, wenn nicht schon aus einem Römerhof hervorgegangen sein kann, um den oder in dessen Nähe mit der Zeit allmählich die „villa Appenhouen“, der Weiler oder das Dorf dieses Namens entstand.

On heute die Erinnerung an einen uralten Hof im Dorf noch vorhanden ist, konnte nicht ergründet werden. Dagegen lag. , soweit sich heute noch feststellen lässt, ein ehemaliger Abtshof, also eine „cella“, ein klösterlicher Gutshof etwas 400 m westlich der heutigen Appenhofener Mühle am Kaiserbach. Von diesem Klosterhof soll angeblich der auf dem Brunnensockel vor der Mühle ruhende romanische Löwe sowie die als Seite einer Bank am Mühlentor verwendeten stilisierten Tragsteine stammen.

 

A

n diesen ehemaligen Abtshof erinnert noch das Gewann „Im Kloster“, wo Mauerreste freigelegt wurden. Auch die „Pfaffenäcker“ deuten auf geistlichen Besitz hin, an denen noch Grenzsteine stehen sollen, die angeblich als Kennzeichen einen Schlüssel mit der Jahreszahl 1783 tragen. Möglicherweise gehörte zu geistlichem Besitz einst das Gewann „Zehntenfrei“, das von der Abgabe des Zehnten, also z.B. von der Abgabe der zehnten Korngabe befreit war, während die anderen Äcker mit dem Zehnten belastet waren.

Nach Frey, Geschichte des Rheinkreises, wird der Ort schon in Urkunden von 774 und 776 der in der 2. Hälfte des 7.Jahrhunderts von Bischof Dragobod von Speyer ca. 675 erbauten Benediktiner Abtei Weißenburg genannt, deren Stiftung der Tradition gemäß dem König Dragobert I. (622 – 638) zugeschrieben wird, deren tatsächliche Gründung vermutlich aber erst von dem Merowingerkönig Dagobert II. (674 – 697) erfolgt sein dürfte.

 

N

ach der Tradition machte am 8. Juli 774, im 6. Jahre der Regierung unseres Königs Karolinus (Karl der Große 7768 – 814) ein gewisser Sigibaldus aus Liebe zum Herrn und zur Beruhigung seiner Seele dem Kloster Weißenburg Schenkungen, darunter eine zu „abbenhoua“ zur Zeit, da Ermbertus Bischof und Abt war.

Nach dieser Urkunde vermuten wir, dass das Kloster Weißenburg hier schon Interessen hatte, wenn ihm nicht sogar der „abbenhof“ mit einem Teil der Gemarkung und des Ortes gehörte; jedenfalls gibt diese Aufzeichnung darüber keine klaren Erkenntnisse.

Etwa 5 Jahrhunderte später befindet sic Appenhofen, sicher nachweisbar, im Besitz des Klosters Klingenmünster.

 

M

it Appenhofen war ein Rittergeschlecht belehnt, dessen Mitglieder sich nach ihrem Lehensbesitz Herrn von Appenhofen benannten. Aus diesem Geschlecht tritt Conradus miles de Appenhoven bei dem Rittergericht von 1283 über den Eußerthaler Haingeraidestreit auf. Dizzo von Appenhofen, der Kleriker, erscheint am 14.9.1293 als Zeuge vor dem bischöflichen Hofgericht zu Speyer, wo Agnes, die Tochter des Johann von Metz und die Frau des Philipp, Kämmerers von Mainz, zu Gunsten des Zisterienserinnenklosters Heilsbruck anstelle ihrer vermeintlichen Ansprüche auf das Patronatsrecht der Kirche zu Winden bei (Barbel-) Rode und Mundevelt (Minfeld) gelegen, verzichtet.

 

D

ie Herren von Appenhofen müssen im 14. Jahrhundert ausgestorben sein. Denn den Ort trugen nunmehr die Ritter von Ochsenstein , ein bedeutendes Herrengeschlecht, zu Lehen. Dies konnte nur mit Bewilligung des Abts von Klingenmünster, des Lehnherrn, geschehen sein, nachdem das Lehen nach Absterben des letzten Herrn von Appenhofen an die Abtei zurückgefallen war.

Im Jahr 1369, als Heilmann, genannt Snydelauch, die Abtwürde zu Klingenmünster inne hatte, verpfändete Otto von Ochsenstein den Ort Appenhofen zur einen Hälfte, die zu seiner Burg Meisterseele gehörte, an Konrad Landschad von Steinach.

 

1

395, als Rudolph von Bergen den Krummstab über die Abtei Klingemünster führte, verkaufte Friedrich von Ochsenstein mit Bewilligung des Abts und des Klosters den Ort Appenhofen zur anderen Hälfte dem Bistum Speyer, welchem auch Friedrichs Brüder Johann und Volmar von Ochsenstein, später im Jahre 1416 ihre Anteile an Appenhofen käuflich überließen.

 

D

iejenige Hälfte von Appenhofen, die Konrad Landschad von Steinach 1369 erwarb, ist durch den Vertrag des Kurfürsten Philipp von der Pfalz vom Jahre 1484 mit dem Abt Eucharius von Weingarten an das kurpfälzische Haus gekommen. Nach diesem Vertrag sollten alle Lehen, die das Geschlecht der Herren von Ochsenstein bisher von der Abtei Klingenmünster besaß, nach dem Tode Georgs II. dem Kurfürsten übertragen werden.

 

D

ie andere Hälfte von Appenhofen, die das Bistum Speyer 1395 erworben hatte, ging im Jahre 1709 durch einen Vertrag mit dem Hochstift Speyer ebenfalls an die Kurpfalz über. Damit war ganz Appenhofen unter dem Kurhut vereinigt. Dies wird auch in einer Aufstellung 1770 bestätigt, nach der die 115 Köpfe betragende Bevölkerung der Gemeinde Appenhofen sämtlich Leibeigene der Kurpfalz gewesen seien. Die Leibeigenschaft wurde Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben.

 

D

ie Kapelle zu St. Johann in Appenhofen kommt schon 1470 vor. Sie war im spätgotischen Stil erbaut, wie man heute noch an dem Chor der Kirche feststellen kann. Der Kanzelstein stammt aus dem Jahre 1575. Alte Wandgemälde sind leider übertüncht..

 

D

as Innenministerium von Rheinland – Pfalz hat der Gemeinde Appenhofen die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens erteilt. Nach Feststellungen im Staatsarchiv Speyer besaß Appenhofen 1753 bereits ein eigenes Gerichtssiegel, das aber nicht erhalten ist. Ein einziger mangelhafter Abdruck lässt kaum etwas erkennen. Das Wappen wurde nach folgenden Gesichtspunkten geschaffen:

 

D

as Ritterkreuz symbolisiert des ortsansässigen Ritteradel, der Abtsstab die Beziehungen zu den Klöstern Weißenburg und Klingenmünster. Die Farben Schwarz – Gold sind die der Kurpfalz. Die untere Wappenhälfte zeigt das Wappen der Herren von Ochsenstein, das bisher noch in keinem pfälzischen Ortswappen erscheint.

 

I

m Jahre 1969 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Appenhofen zusammen mit Mühlhofen, Billigheim und Ingenheim in die heutige Gemeinde Billigheim – Ingenheim eingegliedert.